Posts Tagged ‘Gemeinsame Agrarpolitik (GAP)’

Zur angeblichen Krise im Ökolandbau – ein Kommentar

28. April 2014

Ein Artikel von Jost Maurin von der Taz über die Wirtschaftlichkeit des Ökolandbaus rüttelte diese Woche die Akteure des Ökomarktes auf: Glaubt man dem Artikel, so stagnieren die Biopreise angeblich, der Preisabstand zwischen ökologischen und konventionellen Produkten sei geringer geworden. Andererseits steigen die Landpreise im Moment drastisch, so dass viele Biobetriebe im Moment wirtschaftlich um’s Überleben kämpfen. Daher können man im Moment viele Rückumsteller beobachten, als Beispiel nennt der Artikel einen 1.000 Hektar-Betrieb in Ostdeutschland. In eine ähnliche Richtung argumentierte ein Fernsehbeitrag von ARD Plusminus vom 23.04.2014.

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The Implementation of the CAP-Reform 2013 – an actual overview

25. April 2014

A. Flexibility options of the EU-member-states

In December 2013, EU-Parliament and Council could reach an agreement on the main issues of the CAP-Reform 2013. The final EU-Regulation 1307/2013 is already published in the Official Journal of the European Union. Some of the main issues of the reform allow a lot of flexibility for the single EU-member-states. The following article will go into details which of the options are going to be used by the EU-member-states.

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Extensive grassland in rural Bulgaria

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GAP-Reform 2013: Umsetzung in Deutschland

16. Dezember 2013

Am 26./27. Juni und am 23. September 2013 haben sich der EU-Ministerrat und das EU-Parlament auf die wichtigsten Kernpunkte der GAP-Reform 2013 verständigt, das EU-Parlament hat daraufhin am 20. November 2013 abschließend dem Verordnungstext zugestimmt. Im folgenden Beitrag werden die Kernpunkte der Umsetzung in Deutschland beschrieben.

Traktor mit Balken-Mähwerk

Traktor mit Balken-Mähwerk: Tierfreundliche und daher sinnvolle Low-Input Technik

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Kommentierung der GAP-Reform (III): Wirkung auf den Ökolandbau?

15. August 2013

Extrem merkwürdig mutet schließlich eine sehr zeitnah veröffentlichter Artikel von Spiegel Online an mit der Überschrift Subventionsreform: Agrarplan der EU stärkt Öko-Bauernhöfe (Spiegel Online am 26.06.2013). Dieser nur wenige Stunden nach der Entscheidung veröffentlichte Text geht ebenfalls auf die Maßnahmen des Greenings und der Umverteilung zugunsten kleiner Betriebe ein. Der Ökolandbau kommt im weiteren Artikel nicht mehr vor, insofern bleibt der Artikel eine Antwort auf die Frage, warum Ökobetriebe ausgerechnet von diesen Maßnahmen profitieren sollen, schuldig. Ein genauer Blick auf die Details der Reform legen eher nahe, dass sich die GAP-Reform 2013 auf die Ökobetriebe neutral aus wirkt. Ökobetriebe sind vom Greening ausgeschlossen und erleiden dadurch keine Einbußen (was auch bei Anwendung von Greening zu erwarten wäre) und die Ökobetriebe unterliegen den gleichen Kürzungen u.a. von Direktzahlungen wie konventionelle Betriebe.

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Ökologischer Getreideanbau in Brandenburg

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Kommentierung der GAP-Reform (II): Durchwachsenes in der Presse

15. August 2013

Neben den bereits dargestellten Kommentaren aus den Verbänden, erscheint die Pressereaktion auf die Entscheidung von Europäischem Rat und EU-Parlament Ende Juni interessant und symptomatisch für den Charakter dieser Reform. Der Presse und den Medien werden im Sinne der Gewaltenteilung mitunter als informelle 4. Säule im Staat bezeichnet, die neben Legislative, Exekutive und Judikative vermeidet, dass es durch einseitige Machtkonzentration und aufgrund von fehlender Transparenz zu Fehlentwicklungen in einem Staat oder einer Gesellschaft kommt. Da auf Europäischer Ebene größere Geldsummen bewegt werden, stellt sich die Frage, ob die Presse dieser kritischen Funktion aktuell gerecht wird.

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Extensiver Hafer-Anbau in Schweden

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Kommentierung der GAP-Reform (I): Wenig Überraschendes von Verbänden und NGOs

12. August 2013

Am Mittwoch, den 27. Juni 2013 haben sich EU-Ministerrat und EU-Parlament im Rahmen des sog. Trilog-Verfahren auf die GAP-Reform 2013 geeinigt. Die Grundzüge der Reform sind in den letzten zwei Jahren mehrfach auch auf dieser Seite bewertet worden, daher würde eine Bewertung des endgültigen Beschlusses wenig Überraschendes bringen. Eine gute und kurze Übersicht findet sich auf der Seite des Landschaftspflegeverband LPV. In diesem Sinne fallen auch die Bewertungen durch die Stakeholder (NGOs und Verbände) wenig überraschend aus. Im Folgenden werden die Hauptargumente von einigen Verbänden skizziert, in einem zweiten Teil der Analyse werden die Reaktionen der Presse zusammengefasst.

Perlmuttfalter

Perlmuttfalter – gewinnt wohl kaum durch die GAP-Reform 2013.

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Diskussionsveranstaltung zur GAP-Reform in Göttingen

10. Mai 2013

Die Verhandlungen über eine weitere Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) gehen derzeit in ihre entscheidende Phase. Über die aktuellen Reformvorschläge sprachen am Montag, 6. Mai 2013, Wissenschaftler der Universität Göttingen öffentlich mit Mitgliedern der Agrarausschüsse auf Bundes- und Landesebene.

Podiumsdiskussion GAP-Reform 2013

Podiumsdiskussion GAP-Reform 2013

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GAP-Reform und Greening vor dem Trilog: Protokoll einer Verwässerung

2. April 2013

Die finale Verhandlungsphase der GAP-Reform 2014 beginnt und die Bürger der EU hören über die Medien seit einigen Wochen die Stichworte „Umwelt“ und „Greening der EU-Agrarpolitik“. Bei jährlichen Ausgaben für die GAP von rund 55 Mrd. Euro in 2012 dies wie ein vernünftiger Reform-Schritt. Ein Blick in die Details zeigt jedoch, dass die Medien-Berichterstattung erstaunlich oberflächlich ist. Die meisten Regelungen werden vermutlich kaum Umweltwirkung entfalten, führen aber zu drastischen Mitnahme-Effekten für Landwirte, die kaum etwas zusätzlich für die Umwelt tun. Und die Mitwirkung des EU-Parlaments am Gesetzgebungsverfahren zeigt sich bisher kaum als Gewinn im Sinne des Bürgerinteresses, Steuermittel effizient einzusetzen.

FFH-Gebiet Oderbruch bei Frankfurt

FFH-Gebiet Oderbruch bei Frankfurt

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GAP-Reform: Die mögliche Umweltwirkung der Gipfel-Beschlüsse von Anfang Februar

20. März 2013

Im folgenden Beitrag soll dargestellt werden, welche Auswirkungen von dem Gipfel-Beschluss vom 7./8. Februar 2013 für die Agrarumweltpolitik zu erwarten sind (vgl. Europäischer Rat 2013). Alan Matthews, Agrarökonom aus Irland, hat in seinem Blog http://capreform.eu bereits im Februar auf einige dieser Wirkungen hingewiesen. Die Kritik ist jedoch in Deutschland bisher kaum wahrgenommen worden. So bewertet die Süddeutsche Zeitung („Umweltfreunde auf dem Acker“, vom 11.02.2013, S.17) die Beschlüsse (mit Verweis auf Lutz Ribbe von Euronatur) erstaunlich positiv. Insofern lohnt der Blick auf einige Details. Zusätzlich erscheint es interessant, wie sich die Umwelt-NGOs zu den Beschlüssen positionieren, da dies keineswegs so eindeutig ist, wie die Süddeutsche es darstellt.

Weidehaltung von Mutterkühen in der Lüneburger Heide

Extensive Weidehaltung von Rothvieh in der Lüneburger Heide

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Empfänger EU-Agrarzahlungen: Mangelnde Transparenz

12. Januar 2013

Es ist ein Dauerthema: Wer bekommt EU-Agrarzahlungen in welcher Höhe? Bereits 2008 hatte die EU festgelegt, dass die Empfänger der EU-Zahlungen im Agrarbericht offengelegt werden müssen. In den meisten EU-Mitgliedsstaaten wurde diese Richtlinie schnell umgesetzt. In Deutschland wartetet das Landwirtschaftsministerium sehr lange mit der Veröffentlichung dieser Daten. Aus Bayern wurden Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes angemeldet, so dass es bis Juni 2009 dauerte, bis eine Datenbank mit Suchfunktion veröffentlicht wurde. Einige Zeit später wurde die Datenbank aufgrund eines Urteils des EUGH wieder vom Netz genommen und ohne die Betriebe in der Rechtsform eines „Einzelbetriebes“ (natürliche Personen) neu veröffentlicht. D.h. aktuell sind nur die Zahlungen an juristische Personen sichtbar.

Im folgenden Beitrag fasse ich einigen Informationen zum Thema Verteilung der Agrarzahlungen zusammen.

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Bodenbearbeitung an der Weser bei Höxter

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