Kann man die Konventionalisierung im Ökolandbau messen?

In einer Zusammenarbeit mit Claudia Seidel (Erstautorin) und Thomas Heckelei vom Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik der Universität Bonn haben wir 2015/16 die Konventionalisierung mit Hilfe eines Index untersucht, die Studie ist nun im Journal Sustainability erschienen. Die Datengrundlage für unsere Untersuchung sind Buchführungsdaten von Biobetrieben in Deutschland 2000-2009. Die Ergebnisse zeigen, dass man zwar für einzelne Betriebe Konventionalisierung zeigen kann, dass es aber für den gesamten Sektor keine allgemeine Tendenz zur Konventionalisierung gibt.

Bio-Supermarkt Schweiz 2007.jpg

Ökolebensmittel in Plastik verpackt: Gesehen in einem Schweizer Supermarkt 2009

Quelle: Claudia Seidel, Thomas Heckelei & Sebastian Lakner (2019): Conventionalization of Organic Farms in Germany: An Empirical Investigation Based on a Composite Indicator Approach; Sustainability 2019, 11 (10), 2934. doi: 10.3390/su11102934

Hintergrund

Viele umweltaffine Konsumenten haben sich schon Mal beim Einkauf von Bio-Gemüse im Supermarkt gefragt, inwieweit es ökologisch nachhaltig ist, wenn man z.B. Paprika, Salat oder Feldsalat nur in Plastik eingepackt kaufen kann, während ein vergleichbares konventionelles Produkt ohne eine solche Verpackung auskommt. Liegt das an der Empfindlichkeit der Produkte? Und während Experten dann darauf hinweisen, dass die Plastikverpackung der eindeutigen Identifikation als Ökoprodukt an der Kasse (und damit der Sicherung des Premiumpreises) dient, bleibt das Paradox, dass man ein umweltfreundliches Produkt kaufen möchte und gleichzeitig einiges an Plastikmüll produziert, der ggf. sogar leicht vermeidbar wäre. Hier schließt sich die Frage an, inwieweit sich der Ökolandbau durch Marktgegebenheiten von seinen ursprünglichen Werten entfernt? In der Soziologie wird dieses Phänomen als Konventionalisierung des Ökolandbaus bezeichnet.

Die Theorie der Konventionalisierung im Ökolandbau

Das Phänomen der Konventionalisierung im Ökolandbau wird seit vielen Jahren immer wieder in Wissenschaft und Praxis, jedoch auch in den Medien diskutiert (hierzu mein Blogbeitrag über einen fragwürdigen Artikel im Spiegel). Der Ausgangspunkt der Debatte war eine Studie einer Gruppe von Forschern um Julie Guthman, die Ende der 1990er Jahren in Kalifornien eine verstärkte Investitionstätigkeit im Ökosektor beobachteten, die zu einer Veränderung von Betriebsstrukturen und Vermarktung führte (Buck et al. 1997, Guthman 2004). Die Autoren fragten, ob in Folge dieser Investition ein Ausverkauf der Werte der Ökobewegung stattfände und ob hieran eine Entwicklung zum „Organic-Lite“ sichtbar würde. Im Anschluss an die Arbeiten in Kalifornien hat es in den letzten 20 Jahren einige andere Studie gegeben, die hauptsächlich mit soziologischen Methoden arbeiteten und die Konventionalisierungs-Hypothese teilweise oder ganz bestätigten. Die Studien sind in unterschiedlichen Kontexten und in verschiedenen Ländern durchgeführt. Trotzdem bleibt die Frage, wie relevant diese Beobachtungen für den gesamten Sektor sind.

Der Ausgangspunkt der Konventionalisierungs-Hypothese beruht auf der Annahme, dass der Ökolandbau eine Landbauform ist, die in besonders hohem Maße von Wertevorstellungen geprägt ist. Dies lässt sich durchaus vielfältig belegen: So zeigt Julie Guthman in ihrem sehr empfehlenswerten Buch „The agrarian dream – the paradox of organic farming in California“ die unterschiedlichen ideellen Wurzeln des Ökolandbaus. In Deutschland liegt eine erste Arbeit des Soziologen Rainer Oppermann von 2001 mit dem Titel „Der Ökolandbau am Scheideweg“ vor. Diese sehr detaillierte Bestandsaufnahme, die im übrigen sehr genau den Ökomarkt Anfang der 2000er Jahre beschreibt, zeigt das Phänomen Konventionalisierung jedoch nur implizit, ohne den Begriff zu verwenden. Weitere Arbeiten von Henning Best (2008) und der Gruppe an der Universität für Bodenkultur in Wien um Ika Darnhofer (2010), die einen sehr guten Überblick über die Literatur lieferten und bereits Ende der 2000er Jahre erste Überlegung zu einer formaleren Analyse der Konventionalisierung anstellten.

Auf welchem Wertekanon beruht der Ökolandbau?

In Deutschland kann man zumindest vier Hauptrichtungen beschreiben, die auch heute immer noch eine wichtige Rolle spielen und die ich wie folgt skizzieren würde:

  • Kritik an einer produktiven oder industriellen Landwirtschaft*: Ein Ausgangspunkt hierbei die Kritik an Betriebsmitteln wie mineralischen Düngemittel oder der chemische Pflanzenschutz, die bereits im frühen 20. Jahrhundert zur Entwicklung des Demeter-Landbau nach Rudolph Steiner führte. Der Fokus der Bioland-Bewegung nach dem 2. Weltkrieg, inspiriert durch Hans Müller und Hans-Peter Rusch liegt auf der Bodenfruchtbarkeit, die als Gegenkonzept zu einer auf chemischer Düngung basierenden Landwirtschaft propagiert wurde. (Einen Überblick über die Geschichte von Bioland findet sich hier.)
  • Lebensreform-Bewegung und neue ländliche Linke: Gerade die in der ökologischen Landwirtschaft verbreiteten Lebensformen beruhen auf Hof- oder sogar Dorfgemeinschaften, auf kollektiven Ansätzen, auf Arbeiten mit behinderten oder ehemals drogenabhängigen Menschen oder der Organisation von Kultur und Musik auf dem Dorf. Der Biolandbau verfolgt hier sehr unterschiedliche Reformideen. Es gibt jedoch auch die sog. ideologischen und unideologischen Kommunen, die Biolandbau mit einem egalitären Anspruch betreiben und die den Ökolandbau mit den Zielen der neuen Ländlichen Linken der 70er und 80er Jahre verbanden. Liest man das Buch von Guthman, so kann man vermuten, dass dieser Teil der Bewegung in den USA eine deutlich wichtigere Rolle spielt. Ein wenig findet man diesen Strang in der deutschen Agrar-Gerechtigkeitsdebatte wieder, die sehr stark auf Betriebsgrößen abstellt und eine Förderung kleiner „bäuerlicher“ Betriebe fordert. Auch der Ansatz der Community Supported Agriculture knüpft an Ideen einer kollektiv unterstützten Landwirtschaft an.
  • Umweltbewegung: In den 1970er Jahren verband sich der damals noch recht verstreute Biolandbau mit den Zielen der Umweltbewegung. Junge Landwirte stellten ihren Betrieb um mit der expliziten Motivation, etwas zum Umweltschutz beizutragen. Auch in eher konservativen Milieus fanden diese Ideen Wiederhall, da die Natur hier als „Gottes Schöpfung“ betrachtet wurde. Bis heute kann man einen recht intensiven Austausch und eine gewisse Kohärenz von Zielen und Positionen bei Bio-Verbänden und Umweltverbänden feststellen.
  • Gesundheit und Ökolandbau: Die Ideen des Ökolandbaus wurden gerade in der Gründungsphase mit dem Ziel einer gesunden Ernährung verbunden. Die Reformhaus-Bewegung hatte bereits in den 1970er Jahre ein Netz von Geschäften, in denen „gesunde Produkte“ vermarktet werden sollte, auch wenn nur ein Teil der Produkte nach damaligen Richtlinien vermarktet wurden. Viele Konsumenten erwarten heutzutage, dass Bioprodukte besonders gesund sind – selbst wenn die wissenschaftliche Literatur nur in einigen Produktgruppen eindeutige Vorteile sieht (Mie et al 2017).

Diese skizzierten Werte können mit Sicherheit ergänzt werden und sie spielen für die Akteure eine unterschiedlich wichtige Rolle. Entscheidend ist, dass die Konventionalisierungs-Hypothese besagt, dass der Ökolandbau sich von diesem recht unscharfen Wertekanon entfernt. Der Haupttreiber dieser Entwicklung ist der ökonomische Druck, der die Betriebe zur Annahme von konventionellen Techniken zwingt. In vielen soziologischen Studien wird als Referenzpunkt die Prinzipien der International Federation of Organic Farming Movements (IFOAM) verwendet.

IFOAM Prinzipien.png

Entwicklung eines Index für Konventionalisierung

Der Ausgangspunkt unserer Überlegungen bestand in der Frage, inwieweit man diese Entwicklung verallgemeinern kann. Der Spiegel hat in den letzten Jahren mehrfach recht vollmundig behauptet, dass man im Ökolandbau einen allgemeinen Werteverfall beobachten könne, ohne jedoch dafür wirklich belastbare Belege bringen zu können. Daher war das Ziel der Studie, basierend auf einer vergleichsweise großen Anzahl von Beobachtungen eine Aussage zu treffen.

Die Studie verfolgte den Ansatz, mit Hilfe von Buchführungsdaten einen Konventionalisierungs-Index zu bilden. Wir haben pro Jahr Daten von 147 bis 395 Betrieben mit einbezogen und die Jahre 2000-2009 analysiert. Aufgrund der größeren Anzahl von Beobachtungen (n=2.940) ist ein solches Ergebnis für den Sektor aussagekräftig. Die Buchführungsdaten können als das Ergebnis von ökonomischen Entscheidungen betrachtet werden, sie sind insofern ein relevanter Indikator für reales Entscheidungsverhalten der Betriebsleiter*innen.

Wir haben eine Reihe von Indikatoren ausgewählt, die als Indikator für Konventionalisierung gelten können. Ein Beispiel: Ein Anstieg des Anteils zugekaufter Pflanzenschutzmittel kann anzeigen, inwieweit ein Betriebsleiter beim Pflanzenschutz auf das langfristige Vorsorgeprinzip z.B. über die Fruchtfolge verzichtet und den Pflanzenschutz auf der Basis zugekaufter Betriebsmittel betriebt. Natürlich ist dies für einen einzelnen Betrieb und einen einzelnen Indikator kaum belastbar und es kann durchaus gute Gründe geben, warum Betrieb dies im Einzelfall tun. Daher wählten wir acht verschiedene Indikatoren (Düngemittel und Pflanzenschutz je Hektar, Anteil Getreide in der Fruchtfolge, Diversität der angebauten Früchte, zugekauftes Tierfutter, Viehbesatzdichte, Herdengröße in Relation zu verfügbarer Arbeitszeit sowie Kosten der Tierhaltung) aus und nutzten das multivariate Verfahren der Prinzipal Komponenten-Analyse. Durch die Anzahl verschiedener Indikatoren in Kombination mit mehreren Jahren und vielen Betrieben lassen sich belastbare Aussagen ableiten.

Die Hauptergebnisse bestanden in einem Konventionalisierung-Index, den wir betriebsindividuell und für den gesamten Sektor von 2001-2009 verfolgen konnten.

Figure3.jpg

Die einzelbetrieblichen Ergebnisse zeigen, dass man bei einzelnen Betrieben durchaus Tendenzen zur Konventionalisierung beobachten kann, insofern ist die Methode in der Lage, eine Veränderung abzubilden.

Figure1.jpg

In der zweiten Abbildung sind der mittlere Indexwert sowie der Wert des 5% und 95% Quantil abgebildet jeweils für Pflanzenbau-, gemischte und Futterbaubetriebe. Sieht man sich die Entwicklung des Gesamtwertes an, so zeigen sich über die Zeit keine Veränderungen. Allerdings zeigt sich eine gewisse Schwankung im 95%-Quantil bei den tierhaltenden Betrieben. Hier könnte es sein, dass zumindest ein kleiner Teil von ohnehin recht intensiven Betrieben einen gewissen Prozess der Konventionalisierung durchläuft. Eine vergleichbare Untersuchung von Einzelindikatoren kam für den Sektor zu ähnlichen Ergebnissen (Lakner u. Willken 2012).

Beitrag der Konventionalisierungs-Debatte?

Unser Papier zeigt, dass man Konventionalisierung durchaus messen kann. Die Ergebnisse zeigen, dass man die Konventionalisierungshypothese nicht ohne Weiteres auf den gesamten Sektor übertragen kann, sondern es eher um einzelne Betriebe geht. Die Daten bis 2009 belegen keinen großen Trend hin zur Konventionalisierung. Das bedeutet andererseits nicht, dass die Konventionalisierungs-Hypothese nicht auch weiterhin relevant ist. Warum?

Die Konventionalisierungs-Hypothese erscheint zunächst wichtig, da sie die Frage nach den Grundwerten des Ökolandbau stellt. Gerade im Sinne einer Weiterentwicklung des Sektors erscheint eine Selbstvergewisserung wichtig. Allerdings gehen die Wertvorstellung inzwischen weit auseinander: So reicht das Verständnis des Ökolandbaus von einem schlichten Agrarumweltprogramm, an dem man aus ökonomischen Gründen teilnimmt, bis hin zu einer ganzheitlichen Lebensphilosophie. Legt man die erste Sichtweise zu Grunde, so orientiert sich ein*e Betriebsleiter*in an Gesetzen (EU-Richtlinie 834/2007) entsprechenden Grenzwerten des Zertifizierungsprozesses. Bei einer solchen Sichtweise stößt eine breit angelegte Wertedebatte vermutlich an Grenzen.

Nach meiner Beobachtung dürfte diese Sichtweise nur auf einen eher kleinen Teil des Sektors zutreffen, andere Betriebsleiter*innen verfolgen mit ihrem Betrieb Ziele, die sich aus einigen der oben skizzierten (oder auch anderen) Werten ableiten. Die IFOAM-Prinzipien sind eine Möglichkeit, allerdings sind die Prinzipien recht vage, insofern ist auch dies keine eindeutige Lösung. Die vielfältigen Wertvorstellungen im Ökolandbau deuten darauf hin, dass die soziologische Analyse der Konventionalisierungs-Hypothese an Grenzen stößt, da es keinen einheitlichen Wertekanon gibt. Was den Sektor eint, ist zunächst die EU-Richtlinie, alles weitere muss immer wieder neu ausgehandelt werden und hierbei kann die Konventionalisierungs-Hypothese die Sinne schärfen.

Markt Bio Bozen 2011.JPG

Ein positives Beispiel für glaubwürdige Direktvermarktung in Südtirol

Bio-Betriebe sollten weiterhin ein Interesse daran haben, wie Verkaufspraktiken auf Konsumenten wirken. Gerade die Bewegung von Konsumenten, die versucht schon beim Einkauf Verpackungsmüll zu vermeiden, erwartet hier vom Ökolandbau Vorbildlichkeit. Hier erscheint die Konventionalisierungs-Hypothese richtig angebracht, da sie die Sinne für die Außendarstellung schärft. Das Beispiel der Plastikverpackungen zeigt, dass die Vermarktung nicht immer mit den Wertvorstellungen der Konsumenten zusammenpasst.  Allerdings geht auch diese Diskussion am Kern eigentlichen Diskussion um die Konventionalisierung der Landwirtschaft vorbei, da es hier um das Marketing, die Außendarstellung des Sektors und die Erwartungen von Verbrauchern an den Ökolandbaus geht.

Es gibt eine Reihe von weiteren Studien, die nach der Motivation von Ökolandwirten fragen. Die Studien zeigen jedoch, dass junge Neu-Umsteller*innen gleichermaßen ökonomische und ökologische Ziele verfolgen (Flaten et al. 2006; Best 2008; ). Diese Änderung der Einstellungen kann durchaus als neue und pragmatische Herangehensweise einer jüngeren Generation gewertet werden, sie ist nicht notwendigerweise Ausdruck eines Werteverfalls. Lindental et al. (2008) arbeiten heraus, dass etwa das starke Wachstum des Bio-Sektors in Österreich auch Professionalisierung erfordert. Man kann eine ökonomische Vorgehensweise z.B. in der Vermarktung durchaus als „Professionalisierung“ bezeichnen, ob dies notwendigerweise als Konventionalisierung zu bewerten ist, ist dagegen eher eine politische Frage.

Das Ergebnis unserer Methode erscheint insofern wichtig, weil man bei den Input-Entscheidungen und den Arbeitsweisen keine deutlichen Änderungen erkennen kann, selbst wenn der Indikator auf betriebsindividuelle Änderungen sensitiv reagiert. Insofern lässt sich die Konventionalisierungs-Hypothese für den gesamten Sektor nicht bestätigen.

Einschränkend muss zur Studie gesagt werden, dass keine Motivationen in die Bewertung einfließen. Und der Zeitraum der Beobachtung endet 2009, d.h. die Phase des Booms nach 2010 müsste mit neueren Daten untersucht werden. Schließlich stellt sich auch die Frage, welche Werte die Akteure im Biolandbau mit dem Konzept der Konventionalisierung verbinden. Nach meiner Erfahrung ist der Begriff durchaus lebhaft diskutiert unter Praktikern. Hierzu ist weitere Forschung notwendig.

Die Originalstudie

Claudia Seidel, Thomas Heckelei & Sebastian Lakner (2019): Conventionalization of Organic Farms in Germany: An Empirical Investigation Based on a Composite Indicator Approach; Sustainability 2019, 11 (10), 2934. doi: 10.3390/su11102934

Weitere Quellen:

Best, H. (2008): Organic agriculture and the conventionalization hypothesis: A case study from West Germany. Agriculture and Human Values 25, 95–106.

Buck, D.; Getz, C.; Guthman, J. (1997): From Farm to Table: The Organic Vegetable Commodity Chain of Northern California.Sociol. Rural. 1997, 37, 3–20

Darnhofer, I.; Lindenthal, T.; Bartel-Kratochvil, R.; Zollitsch, W. (2010): Conventionalisation of organic farming practices: From structural criteria towards an assessment based on organic principles. A review; Agron. Sustain. Dev. 2010, 30, 67–81.

Flaten, O.; Lien, G.; Ebbesvik, M.; Koesling, M.; Valle, P.S. Do the new organic producers di_er from the ‘old guard’? Empirical results from Norwegian dairy farming. Renew. Agric. Food Syst. 2006, 21, 174-182.

Guthman, J. (2004): The Trouble with ‘Organic Lite’ in California: a Rejoinder to the ‘Conventionalisation’ Debate; Sociologia Rurales 44 (3): 301-316.

Lakner, S. & M. Wilken (2012): Konventionalisierung von ökologischen Futter-baubetrieben in Deutschland – eine empirische Studie mit Hilfe von Buchführungsdaten, S. 125-135 in Hambrusch, J. et al. (Hrsg.) (2012) Jahrbuch der Österreichischen Gesellschaft für Agrarökonomie, Facultas-Verlag, Wien.

Lindenthal, T., R. Verdorfer und R. Bartel-Kratochvil (2007): Konventionalisierung oder Professionalisierung: Entwicklungen des Biolandbaus am Beispiel Österreich; 

Oppermann, Rainer. (2001): Ökolandbau am Scheideweg; Dissertation; ASG – Kleine Reihe Nr. 62, Göttingen.

===

*Fussnote: An der Stelle muss auch einschränkend gesagt werden, dass der Begriff „industrielle Landwirtschaft“ nur schwer zu definieren ist und deshalb eher skizziert, in welcher Weise der Ökolandbau sich von der konventionellen Landwirtschaft abgrenzen wollte. Die Sicht der heutigen Akture dürfte sehr viel weniger von solchen Feindbildern geprägt sein.

 

Schlagwörter: , , , , ,

5 Antworten to “Kann man die Konventionalisierung im Ökolandbau messen?”

  1. Bartosz Bartkowski Says:

    Schönes Beispiel von SciComm!

    Kennst du Zahlen zur zeitlichen Entwicklung von verschiedenen Biosiegeln? Man kann nach meiner Wahrnehmung grob eine Abstufung nach „Strenge“ bzw. „Wertegeleitetheit“ machen (Demeter > Bioland / Naturland > EG-Bio?). Da wäre es interessant zu wissen, wie die verschiedenen Siegel relativ zueinander auf die steigende Bio-Nachfrage reagieren.

    Gefällt 1 Person

    • Sebastian Lakner Says:

      Es gibt einen Unterschied zwischen Verbands-Bio und EU-Bio und hierzu gibt es auch Daten. Aber was die Werte angeht, sollte man vorsichtig sein. Aktuell hat Demeter gerade eine Auflockerung bei der Behornung gemacht. Auch bei anderen typischen Kriterien, ist bei Demeter manchmal mehr Schein als Sein. Beispiel ist Kupfer bei Tomaten, wo man nach außen kommuniziert, ganz streng zu sein, und auf den Betrieben ist man dann pragmatisch. Insofern müsste man da sehr genau hinsehen.

      Gefällt 1 Person

      • Bartosz Bartkowski Says:

        Klar, das war auch eher nach Bauchgefühl.

        Selbst wenn man eine Konventionalisierung feststellt, ist es interessant zu fragen, woher sie kommt (Veränderungen in Motivation? Gesellschaftliche Erwartungen? Marktdruck?) sowie was ihre Folgen sind, sowohl für Bio als auch konventionelle Landwirtschaft. Es könnte bspw sein, dass eine Konventionalisierung dazu führen kann, dass Bio für „durchschnittliche“ Landwirt*innen jenseits der Nische attraktiv und intressant wird.

        Liken

  2. Jens Stanzel Says:

    Wie sieht der Konventionalisierungstrend für die anderen EU-Länder aus? Gibt es dazu auch Berechnungen?

    Liken

    • Sebastian Lakner Says:

      Es gibt dazu nicht viel Literatur, das meiste bezieht sich auf Deutschland und Österreich. Einige einzelne Studien gibt es zu Großbritannien und Irland, sowie in Norwegen. Aber es wäre tatsächlich interessant, unsere quantitative Untersuchung für die EU zu untersuchen.

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: