Herzlich Willkommen, die Reformruine lebt!

Sebastian Lakner

Sebastian Lakner

Unsere Gesellschaft lebt in einer Zeit der Herausforderungen, denen wir uns vielfach nicht stellen. Reformen sind dringend notwendig und doch sind viele Maßnahmen im Politischen und Privaten nur Verschlimmbesserungen.

Der Klimawandel bedroht unseren Planeten und CDU/FDP reden über neue Atommeiler oder Kohlekraftwerke. Die Rezession bedroht Arbeitsplätze und die CDU-SPD Bundesregierung lässt den Steuerzahler die faulen Kredite der Banken über eine Bad-Bank übernehmen. Viele kleine Milchvieh-Betriebe kämpfen ums Überleben, doch Merkel/Aigner fördert über den Agrardiesel-Erstattung die großen Ackerbaubetriebe. Wir sind optimistisch und reformieren uns zu Tode.

Der Begriff „Reformruine“ stammt von einer studentischen Liste für das Studierendenparlament in Kassel im Jahr 1998, zugegeben eine linke Liste. Reformruine war damals das Sinnbild einer ehemaligen „Gesamthochschule Kassel (GhK)“, die ihren Reformanspruch weitestgehend aufgegeben hatte und sich in einer krisenhaften Hochschullandschaft neu orientieren wollte. Dieser Übergang war gekennzeichnet von dem damaligen Namen der Hochschule: „Universität-Gesamthochschule (UGhK) – eine Reformruine eben, in der die Liste „Reformruine“ über das StuPa Dampf machen wollte – soviel zu studentischer Selbstüberschätzung. Wenig später wurde die „Universität Kassel“ daraus, das war wenigstens ehrlich.

Die Liste musste erleben, wie 1999 andere (RCDS und Jusos) das Ruder übernahmen und einen rechten aber dafür tatenlosen AStA wählten. Die Liste hat sich kurz darauf in A.Li (Alternative Linke) umbenannt und Dinge verbessert, der schöne Name ging verloren. Dafür gab es 2000 ein Comback eines linken AStA, mit meiner Hilfe (Vertreter der damaligen Liste Witzenhausen). Im Jahr 2001 konnte der damalige Präsident Rolf-Dieter Postlep mitgewählt werden – wie sich zeigte eine gute Wahl für die Universität. Auch andere Sachen sind damals gut gelaufen.

Burgruine Polle, Wesertal, nahe Holzminden

Burgruine Polle, Wesertal, nahe Holzminden

Die eine oder andere Ruine ist doch eigentlich ganz schön, sonst würden wir ja nicht irgendwelche Burgruinen besuchen, oder?

Dieses Beispiel soll zeigen, dass das Thema Reformen und Veränderungen ein wichtiges ist und wir Veränderungen nicht nur in unserer Rhetorik und Aussendarstellung vollziehen sollten. Wir brauchen  manchmal auch substanziell Neues und wir müssen uns manchmal unsere eigenen Ruinen besser ansehen – große Worte, aber was soll’s, irgendwer muss das mal sagen. Und das werde ich ab jetzt hier tun.

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2 Antworten to “Herzlich Willkommen, die Reformruine lebt!”

  1. Ponie Mücka Says:

    Da fragt man sich beim Lesen von slakner.wordpress.com ja schon, ob man doof ist. Herzlichen Dank für Ihre Erläuterungen

    Gefällt mir

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